Quelle: wdr.de

Wie schön, dass es noch Leitartikel (Quelle: DIE ZEIT, 12.08.2010 Nr. 33) gibt, die neben populistischen Stammtisch-Parolen auch Realitätsverlust im Endstadium, latenten Rassismus und eine gehörige Portion Unwissen aufweisen.

Wäre er ein Buch, müssten folgende markante Textstellen seinen Rücken zieren, da sie in besonders eindrucksvoller Art und Weise skizzieren, von welch erstaunlich fehlgeleiteten, verblendeten Ideen er durchsetzt ist:

“Niemand kann den Menschen die Verunsicherung nehmen, die sich aus den gelockerten Familienbanden ergibt – auch die Union nicht. Denn die Scheidungen, die Patchworkfamilien und die berufstätigen Frauen kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sie kennzeichnen die Lebensform der Mehrheit, übrigens auch der Mehrheit derer, die sich konservativ nennen.”

Berufstätige Frauen -> Verunsicherung der Konservativen? Ooooch….

“Niemand kann es den Deutschen ersparen, sich mit der multikulturell gewordenen Gesellschaft anzufreunden. Die ethnischen Minderheiten werden nicht wieder verschwinden, auch nicht, wenn die CDU sich auf den Kopf stellte.”

Wirklich bewundernswert, wie offen der Autor hier die Entfernung ethnischer Minderheiten propagiert. Welche Rolle dabei eine Kopf-stehende Union spielen soll, bleibt schleierhaft. Jedenfalls müssen die gequälten Deutschen sich, wohl oder übel, mit dieser abscheulich multikulturell-rassendurchmischten Gesellschaft anfreunden. Ein Jammer, wenn das Land vor die Hunde geht.

Es folgen Hiebe gegen den “schwammigen Technokraten” de Maizière, reichlich unreflektierte Bemerkungen zur Netz-Neutralität sowie wagemutige Einschätzungen zur Menge an Sexualstraftätern, die “Woche für Woche” in die unheilbringende Freiheit entlassen werden. Schließlich brauch gerade eine offene Gesellschaft strenge Regeln. Quasi qua definitione. Oder?