Wenn man der Werbung glauben darf, ist uncool, wer ohne Rundfunkgebühren zu entrichten, Johannes B. Kerner beim Schwadronieren zuschaut. Walter Beckmann, oder wie der heißt, will seinerseits mit Schwarz-Sehern nichts zu tun haben und droht, ihnen höchstens eine Stunde lang nach dem Maul zu reden und maximal 10-20 nichts sagende Fragen zu stellen. 

Da wir, uncool wie wir nunmal zu sein glauben vorgeben zu müssen, für die neue Wohnung vorerst ohne Rundfunkgeräte auszukommen versuchen möchten, verfassten wir eine freundliche Mitteilung an die Gebühreneinzugszentrale, 50656 Köln. Darin erklärten wir, ob unseres Wohnungswechsels zum 31.01.2011 sämtliche Rundfunkgeräte abmelden zu wollen und baten ferner um die Rücksendung eines Dokuments:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie bitten, mir meinen vor einiger Zeit bei Ihnen eingegangenen BAföG-Bescheid zurückzusenden. Es handelt sich bei diesem Dokument um ein Original, das ich nun benötige. Ich bitte um Rücksendung bis zum 04.01.2011.

Ferner möchte ich Sie aufgrund meines Umzugs ende Januar bitten, von weiteren Abbuchungen von meinem Konto nach dem Monat Januar Abstand zu nehmen. Ich werde mich zur gegebenen Zeit an meiner neuen Adresse wieder anmelden.

Vielen Dank und freundliche Grüße,

XXX

Dies, so scheint es, konnte und wollte man in 50656 Köln nicht so richtig verstehen, weswegen man uns folgendes Schreiben schrieb:


Mit großem Erstaunen mussten wir also lesen, dass man uns die Abmeldung verwehre und gespannt sei, welchen Schicksalsweg unsere Rundfunkgeräte genommen hätten. Nun, wir sind beileibe keine Unmenschen und scheuten uns nicht, der Gebühreneinzugszentrale, 50656 Köln, Rede und Antwort zu stehen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beziehe mich auf Ihr Schreiben vom 12.01.2011 und danke Ihnen für die Informationen bezüglich der Möglichkeit, mein Teilnehmerkonto beim Umzug in die neue Wohnung mitzunehmen.

Sie bitten zudem um Mitteilung, was mit meinen alten Geräten passiert, da ich sie abmelde.

Neulich kamen zu mir zwei Pfarrer über den Hügel von Süden um Westen im Osten zu verkaufen, von denen einer der Nachbar meines ehemaligen Mathelehrers war, dessen Cousin zweiten Grades mal neben einer Schlachterei gewohnt hat, dessen Inhabers erstgeborene Enkeltochter nach Brasilien ausgewandert war, wo es ihr aber nach wenigen Monaten zu warm wurde, weswegen sie schon bald zurückkehrte und den Bäckerssohn heiratete, der mein Radio kaufen wollte.

Hat er aber nicht.

Stattdessen bleibt es mir überlassen, was mit meinen Geräten geschieht und wem ich mitteile, was mit ihnen geschehen ist.

Mithin wiederhole ich die, bereits mit meinem letzten Schreiben vom 20.12.2010 gültige Willenserklärung, mit Wirkung zum 31.01.2011 sämtliche gebührenpflichtige Rundfunkgeräte abzumelden.

Des weiteren entziehe ich Ihnen mit sofortiger Wirkung die Einzugsermächtigung für das Konto bei der XXX Bank mit der Nummer xxxxxxx.

Bezüglich der Kopien meines BaföG-Bescheides, den ich Ihnen im Original (in Worten: „Original“) mit Schreiben vom 19.09.2008 zusandte, bitte ich Sie, mir unverzüglich mitzuteilen, mit welcher Berechtigung Sie, ohne die Notwendigkeit zu sehen, mir dies wenigstens vorher anzuzeigen, sich fremdes Eigentum zu zerstören anmaßen.

Anbei finden Sie die für den Monat Januar fälligen Rundfunk-Gebühren in Höhe von 5,76 Euro in Kopie. Die Originale wurden nach dem Scannen für eine digitale Archivierung leider „vernichtet“ (Schokolade und Rotwein).

Sollten Sie die Zahlung der Rundfunk-Gebühren für den Monat Januar 2011 entgegen jeder Erwartung im Original vorziehen, bitte ich um Mitteilung einer gültigen Bankverbindung.

In freudiger Erwartung Ihrer geschätzten Antwort,

XXX

Wie versprochen, hier die Anlage:

Gespannt harren wir der Dinge, die da aus 50656 Köln kommen mögen.